(In) komplexe Systeme führen

(In) komplexe Systeme führen und organisieren

  • Was unterscheidet ein komplexes System von einem linearen System?
  • Manager behandeln komplexe Systeme mit den Methoden, welche für komplizierte Systeme gedacht waren
  • Die selbst-adaptive Wabenorganisation (SAOS)

Zur Beantwortung der Frage, wie wir komplexe Systeme führen können, sei die Definition, was überhaupt ein komplexes System ist, vorangestellt.

Was unterscheidet ein komplexes System von einem linearen System?

  • Komplex: Gleicher Input und fast immer ein anderer Output.
  • Linear: Gleicher Input und immer gleicher Output.
  • Kompliziert: Wie linear, aber nur schwer zu verstehen und anfällig.

Bei Gehirnen und Unternehmen haben wir es mit komplexen Systemen zu tun. Das Management beharrt jedoch auf dem Irrglauben, Unternehmen seien kompliziert und Mitarbeiter wüssten nicht selbst, worauf es ankommt. Diese Fehlannahmen, unabsichtlich oder nicht, verleihen dem Management eine selbst zugebilligte Legitimation, ein System zentral steuern zu wollen. Und das mit Tools und Instrumenten aus dem Baukasten der Kybernetik (Formen der Selbst-Regulation), die nicht für komplexe Umgebungen geschaffen sind. Ähnlich eines Computersystems, das zwar mächtig ist, sich aber nicht selbst der eigenen Umgebung anpassen kann.

Manager behandeln komplexe Systeme mit den Methoden, welche für komplizierte Systeme gedacht waren.

Aber äußere Märkte sind weder linear, noch planbar. Sie sind komplex. Und wer sich in komplexen Systemen aufhält, wird automatisch zum Teil dieser komplexen Systeme. Dies bedeutet, die eigene Komplexität anzuerkennen, statt sie zu leugnen.

Die Zukunft vorauszusehen wird in einer immer komplexer werdenden Welt, in der explosionsartige Marktveränderungen auf der Tagesordnung stehen, kaum noch möglich sein. Hellsehen nebst Planung wird nicht mehr ausreichen, eine Organisation gemäß ihrer Ziele auszurichten. Ganz im Gegenteil — langfristige Planungen schaden heute mehr, als dass sie nutzen.

Komplexität verlangt einen angemessenen Umgang. Komplexe Systeme bedürfen in einem höheren Maß an Selbstorganisation, denn sonst sind sie nicht zu organisieren - also im weitesten Sinne nicht führen. In komplexen Umgebungen brauchen wir eine 'führbare Selbstorganisation'. Bei dem agilen Selbst-Adaptiven-Organisations-System (SAOS) in Wabenform, handelt es sich um eine führbare Selbstorganisation.

Statt auf 'führbare Selbstorganisation' mit selbst-adaptiven Strukturen zu setzen, wird heute in traditionellen Unternehmen immer noch auf matrix-ähnliche Strukturen und/mit Selbst-Regulation gesetzt.

 

Andreas Lange - Autor, Speaker und Systemberater (Vita)

Methodenentwicklung, Coaching, Organisations-Coaching, agiles Projektcoaching, Organisationsentwicklung, Strategieentwicklung, systemische Beratung, Systemberatung und Systementwicklung.

Weitere Beiträge:

Comments are closed.